Archiv für die Kategorie ‘Weihnachten’

Das kleine Weihnachtswunder von Wedel

Dezember 26, 2006

Nach dem Familientreffen am ersten Weihnachtstag bleiben wir am zweiten ganz gemütlich zu hause. Endlich wieder Ruhe… und Entspannung… kein Stress… …und Techno-Musik… Techno-Musik?? Ja, genau, die Nachbarn über uns (mein Vater behauptet zwar steif und fest, die Musik käme von unten, aber das kann ich nicht bestätigen) lassen schon morgens die Boxen dröhnen! Und sie haben so einen exquisiten Musik-Geschmack!! Es ist einfach sozial von ihnen, das gesamte 8-stöckige Hochhaus daran teilhaben zu lassen!!!

Aber es ist ja schließlich immer noch Weihnachten, das Fest der Liebe. Da wollen wir mal keinen Streit vom Zaun brechen und wohlwollend ein Ohr zuhalten… oder auch beide Ohren…

Und dann geschieht das Wunder: Die Polizei steht mit einem großen VW-Bus auf dem Parkplatz vor dem Haus und zwei Polizisten gehen darauf zu. Sie tragen etwas in den Händen. Es ist… eine Stereoanlage!!! Und da fällt es uns erst auf: Das Gewummer ist weg!

Leider können wir nur beobachten, wie die Polizisten irgendwelche Formulare ausfüllen und dabei immer wieder prüfende Blicke auf die Anlage werfen. Ob sich jemand wegen des Lärms beschwert hat? Aber warum wird dann gleich die ganze Anlage beschlagnahmt?? Befand sich etwa Diebesgut unter dem nachbarschaftlichen Weihnachtsbaum? Oder brauchen die Polizisten noch ganz dringend eine leistungsstarke Stereoanlage für ihre Weihnachtsfeier?
Wir können nur vermuten, was der Grund für diesen unerwarteten, stillen Segen ist, aber vielleicht hat ja das ein oder andere Stoßgebet zum Christkind geholfen.

Best Of Heiligabend

Dezember 24, 2006

Der Morgen

Lautstark „Frohe Weihnachten!!“ rufend weckt mein Vater mich um kurz nach neun. Verschlafen antworte ich: „Moagn, is noch ga nich Weihnachten… Is Heiligabend… oder vielmehr Heiligmorgen…“ und will mich noch mal umdrehen, aber mein Vater kennt kein Erbarmen und zieht mir die Decke weg. Da kommt auch schon mein Bruder rein, bewirft mich mit Gummibärchen (!) und quietscht mit seltsam verstellter Stimme: „Guten Moooorgen!“ „Womit hab ich das verdient…?“, denke ich mir und stehe auf…

Der Nachmittag

Meine Mutter hat sich nach dem Essen etwas hingelegt. Sie muss über die Weihnachtstage arbeiten und ist von ihrem Morgendienst kaputt. Ich versuche währenddessen, endlich in Weihnachtsstimmung zu kommen und versuche, meinen Vater und meinen Bruder zum Weihnachtslieder singen zu animieren.
Wo sind denn die CDs mit den Weihnachtsliedern hingekommen? Nach einigen Minuten Durchsuchen der CD-Sammlung meines Vaters finde ich sie endlich: Eine CD mit swingenden, zwar gut klingenden, aber relativ unbekannten Stücken, zwei CDs mit rockigen Weihnachtsliedern und eine CD mit Kinderchören, die Klassiker. Mein Vater hat keine Lust, die rockigen Lieder zu singen und so probieren wir eben die klassischen Weihnachtslieder. Ein Buch mit den Texten findet sich auch noch und so fangen wir an.
Schnell stellen wir fest, dass die Stimmlagen der meisten Stücke viel zu hoch für uns sind und versuchen es ohne CD. Mein Vater singt sowieso nur einige Textpassagen mit und mein Bruder brummt mit viel zu tiefer Stimme. Nach drei Liedern hat er keine Lust mehr und verlässt den Raum, um sich wieder seinem PC zu widmen. So singe ich dann alleine noch ein paar Lieder und mein Vater hört zu… und nickt ein… wird wieder wach, um mich kurz anzusehen und dann wieder einzunicken… Naja, was soll’s? Singe ich halt noch ein wenig für mich selbst als Vorbereitung für die Christmette…

Die Bescherung

Mein Bruder und ich sitzen im Wohnzimmer und lesen. Meine Mutter ist inzwischen wieder aufgestanden und will die Geschenke holen. Sie kommt mit einem großen Koffer herein und ist entsetzt, dass wir im Wohnzimmer sitzen. Wir sollen doch schließlich nicht mitbekommen, wie die Geschenke unter den Weihnachtsbaum kommen… Wir wollen allerdings nicht rausgehen und bleiben sitzen. Schließlich lässt sie sich dazu überreden, die Geschenke einfach unter den Baum zu legen, da wir ja längst wissen, dass die nicht vom Weihnachtsmann oder Christkind kommen und wir also genau so gut da bleiben können.

Der Abend

Die Zeit bis zur Christmette vertreiben wir uns damit, ein paar Folgen der Dittsche-DVD anzusehen, die mein Vater gerade bekommen hat. Viel zu spät, um noch einen Sitzplatz in der Kirche zu bekommen, gehen mein Bruder und ich los. Meine Mutter kommt nicht mit, da sie am nächsten Morgen wieder früh aufstehen und arbeiten muss und mein Vater hat keine Lust, drei Stunden lang in der Kirche zu stehen.
Macht nichts, denn es ist ja auch so schon viel zu voll und die Luft dementsprechend stickig… Und trotz der Bemühungen meines Nachbarn, ein Fenster zu öffnen, verlässt ein Mann mitten im Gottesdienst leise fluchend den Weihrauch geschwängerten Raum…
Mich stört das alles jedoch nicht, denn ich bin froh, dass sich auch bei mir jetzt endlich etwas Weihnachtsstimmung einstellt.

Frohe Weihnachten!

Oh, du fröhliche…

Dezember 22, 2006

Dieses Jahr ist die Weihnachtszeit so schnell vorbei gegangen, dass ich kaum etwas von ihr bemerkt habe. Die dreiwöchige Adventszeit, die der Kalender diesmal für uns vorgesehen hatte, verkürzte sich für mich aufgrund eines kurzen Krankenhausaufenthaltes auf zwei Wochen, weshalb alle Vorbereitungen schon bis Mitte Dezember abgeschlossen sein mussten.

Da ich irgendwann die glorreiche Idee hatte, sämtliche Verwandte und Freunde mit selbstgefilzten Kleinodien zu beglückten, hieß es bei mir also dieses Jahr nicht „in der Weihnachtsbäckerei“ sondern „in der Filzfabrik“.

Ein Buch mit Anleitungen hatte ich schon besorgt und traute mir zu, damit gleich loslegen zu können. Also flugs ein Kilogramm Märchenwolle bei ebay ersteigert und dann frisch ans Werk. Zugegeben, der erste Versuch war noch etwas zu viel Gepitscher, aber es kamen doch auch schon brauchbare Filzstücke dabei heraus. Allerdings dauert dieser ganze Filzprozess doch länger, als ich dachte und so machte ich mir anfangs etwas Sorgen, ob ich auch alle Stücke rechtzeitig fertig kriegen würde.

Letztendlich habe ich in jeder freien Minute gefilzt und so auch alles hinbekommen. Zwischendurch musste ich einige Nachtschichten einlegen (zumal die Fotocollage für meinen Vater auch noch zusammengestellt werden musste, wie mir plötzlich einfiel…) und der Uni-Kram blieb mal wieder auf der Strecke. Aber bis auf mein stetig wachsendes Schlafdefizit hatte ich viel Spaß dabei und werde bestimmt weiterfilzen (nachdem ich alles andere wieder etwas aufgearbeitet habe).

In diesem Sinne:

Oh, du fröhliche, oh, du stressige
Filzspaß bringende Weihnachtszeit