Sempai und ich sind uns einig: Der Begriff Uni wurde bisher völlig unterbewertet.
Er ist nämlich nicht nur die Abkürzung für Universität, sondern muss vielmehr U ‘n’ i gelesen werden, ähnlich wie Rock ‘n’ Roll. Diese Lesart trifft den Kern der Universität genau, denn dieser besteht aus Allem und Nichts, dem (schon früher beschriebenen) U und I.
Wieso ist Uni alles und gleichzeitig nichts? Eigentlich könnte Sempai das besser erläutern, aber ich versuche mal, einen kleinen Eindruck davon zu geben:
„Universitäten (vom lateinischen Wort universitas, Gesamtheit) sind Hochschulen, die die Wissenschaften in Forschung, Lehre, Studium und Ausbildung in den eher nichttechnischen Fächern vertreten, in systematischer Ordnung lehren sowie Bildungsinhalte und Berufsqualifikationen mit den jeweils höchsten Ansprüchen ihres Geltungsbereichs ihren Studenten vermitteln sollen.“ (Wikipedia)
Laut dieser Definition soll der gemeine Student also durch das Studium an der Universität erstens dazu befähigt werden, (ausreichend Zeit vorrausgesetzt) alles zu lernen, was die Wissenschaft bis dato zu bieten hat (Gesamtheit).
Tatsächlich beschäftigt sich er sich aber nur mit einem relativ kleinen Fachgebiet, das er mehr oder weniger intensiv studiert. Meistens eher weniger, da ihn finanzielle Gründe zu einem schnellen Studienabschluss zwingen. (Gelegentlich sollen auch schlichtweg faule Exemplare gesichtet worden sein, die sich unverständlicherweise weigern, ihren gesamten Lebensinhalt dem Studium zu widmen.)
Zweitens soll das Studium einer systematischen Ordnung folgen, die vielleicht in der Studienordnung beschrieben wird, aber selten in der Praxis Anwendung findet. Dies soll der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des Studenten dienen und ihn befähigen, sein Studium selbst sinnvoll zu strukturieren. Leider muss er sich dabei aber immer dem Vorlesungsverzeichnis beugen, das nicht selten alle Lehrveranstaltungen parallel legt. Noch bedauernswerter ist, dass ihm keine Zeitumkehrer wie bei Harry Potter zur Verfügung stehen…
So muss man sich fragen, ob dieser Mangel an Gesamtheit und systematischer Ordnung noch den oben hervorgehobenen höchsten Ansprüchen genügt. Zumal oft genug zwar höchste Ansprüche an den Studenten gestellt werden, er solche jedoch nicht automatisch auch an die Dozenten stellen kann.
Da kann es schon mal passieren, dass er jahrelang fleißig studiert und am Ende keinen Prüfer findet. Oder er findet einen Prüfer, doch dieser ändert ständig das geplante Prüfungsthema, weil auf einmal irgendwelche Einwände auftauchen, an die er unmöglich schon etwas früher hätte denken können. So heißt es dann zumindest… Und der durch das Studium zur Autonomie erzogene Student hat keine andere Wahl, als sich den mehr oder weniger durchdachten Plänen seines Prüfers zu fügen.
Schlussendlich bleibt dem Studenten dann nicht viel vom Studium übrig, wenn man ihm das zähe Sitzfleisch und die beachtlichen Kopierkenntnisse wohlwollend anrechnet, also eigentlich nichts.