Es hat tatsächlich geklappt!! *yay* Ich gehe im September nach Osaka!!! *whoohoooo*
Gut eine Woche mussten wir nach der Abgabe der Bewerbungsunterlagen warten, ob wir zum Auswahlgespräch eingeladen werden oder nicht. Jeden Tag wurden die Kommilitonen gefragt, ob einer schon eine Nachricht bekommen hätte und schnell war klar, dass die Auswahl für die Dozenten dieses Mal sehr schwer werden würde. Es hatten sich nämlich fast 30 Studenten um ein Stipendium beworben, wovon der Großteil aus dem 3. Semester kam, was recht ungewöhnlich ist. Normalerweise sollte man hier erst die Zwischenprüfung geschafft haben, um sich zu bewerben, aber in Ausnahmefällen wurden auch 3.-Semester für ein Stipendium ausgewählt. Doch das war bisher eher selten und nun eben so viele 3.-Semester-Bewerbungen…
Am 23.01. traf ich zufällig meinen Dozenten in der Tram-Bahn, der mich auch sogleich auf meine Bewerbung ansprach und mir bedeutete, dass sie wohl ganz gut angekommen wäre. Ich meinte darauf, dass ich ja immer noch keine Antwort bekommen hätte, doch mein Dozent riet mir, ich solle mir nicht zu viele Gedanken machen… Und dann am Abend war es endlich so weit: In meinem Postfach eine E-Mail von meinem Japanisch-Lehrer, die mich zum Auswahlgespräch am 25.01. um 14:40 Uhr bestellte! Ich war also eine Runde weiter.
Das Problem war nur, dass ich in der Zeit des Auswahlgespräches eigentlich Japanisch-Unterricht bei unserem zweiten Japanisch-Lehrer hatte, was nicht weiter problematisch gewesen wäre, wenn ich nicht auch gerade an diesem Tag ein Referat zu halten gehabt hätte… So konnte ich den Unterricht nicht einfach ausfallen lassen und konnte nur vorher dem Japanisch-Lehrer bescheid sagen, dass ich zwischendurch raus müsste. Gleichzeitig hoffte ich, dass ich noch vorher schnell meinen Teil des Referates vortragen könnte und dann den Rest meinen Mitreferenten überlassen würde. Es war zwar sehr knapp, aber genau um 14:35 Uhr war ich mit meinem Teil fertig und konnte sofort zum Auswahlgespräch gehen.
Ich war schon den ganzen Tag furchtbar aufgeregt, wegen des Gesprächs, konnte gar nichts essen und das Referat nur mit zitternder Stimme vorlesen… Und jetzt saß ich umzingelt von sieben Dozenten und dem Herren vom Amt für Internationale Angelegenheiten der LMU im Stuhlkreis und war ihren Fragen ausgeliefert. Glücklicherweise konnte ich meine Stimme soweit stabilisieren, dass ich einigermaßen stotterfrei antworten konnte, doch viel musste ich gar nicht sagen.
Als erstes musste ich erklären, wie ich auf mein Forschungsvorhaben gekommen bin, was ja nicht schwer war.
Dann fragte mich der Dozent, den ich in der Tram getroffen hatte, ob ich auch mein Nebenfach VWL in mein Forschungsvorhaben miteinbeziehen wollte. Ich konnte ihm antworten, dass der wirtschaftliche Aspekt sicher eine Rolle beim Thema Sterbehilfe spielt, da ich erst am Morgen gelesen hatte, dass Japan in Zukunft ein ziemliches Demographie-Problem bekommen würde. Das heißt, dass Japan sich dringend Gedanken um die Alten- und Palliativpflege machen muss, da die Bevölkerung immer älter wird. Die volkswirtschaftlichen Probleme, die sich daraus ergeben, wollte ich aber zunächst aus meinem Forschungsvorhaben ausklammern. Nach dieser Antwort meinte mein Dozent nur noch grinsend, ich wüsste ja, dass er mich nur testen wollte. *g*
Als nächstes wollte eine Dozentin wissen, wie ich denn bei meinem Vorhaben vorgehen wollte und ob ich mir dafür ausreichende Japanisch-Kenntnisse zutraute. Natüüüürlich!! (Was anderes darf man darauf ja auch nicht sagen…) Außerdem gäbe es ja die Möglichkeit, Fragebögen vorher anzufertigen, anhand derer ich dann Interviews führen könnte und was mir an Fachvokabular noch fehlt, könnte ich ja lernen. Mit den erwähnten Fragebögen landete ich einen Volltreffer, denn damit bekam ich von ihr noch einen Tipp, den sie selbst erst von dem Kommilitonen, der vor mir im Auswahlgespräch war, erfahren hatte. Anscheinend gibt es eine „Testothek“, die Vorlagen für Fragebögen liefert und die ich ja auch nutzen könnte.
Damit waren die Fragen an mich, außer der Nachfrage, für welche Unis ich mich denn beworben hätte, auch schon erschöpft und ich durfte nach nur fünf Minuten schon wieder gehen. Das Gespräch lief also sehr gut und hinterließ ein gutes Gefühl bei mir, doch jetzt hieß es wieder abwarten…
Die Antwort kam dann gleich am nächsten Tag, womit ich nie gerechnet hätte, vor allem, nachdem unser Dozent uns später in der Tram noch sagte, das wir alle eine starke Show geliefert hätten und die Wahl wirklich schwierig wäre. Doch ich wurde für das Austauschprogramm OUSSEP der Osaka Daigaku ausgewählt, womit für mich wirklich ein Traum wahr wurde, da ich immer nach Osaka wollte. Allerdings war die Bewerbung damit noch nicht abgeschlossen, denn bis jetzt hatte ich nur das Auswahlverfahren des Japan-Zentrums überstanden…