Montag, 21:03 Uhr: Der Auslandsgeschäftskurs ist vorbei. Wurde auch Zeit. Vielleicht schaffe ich es noch rechtzeitig zum Hauptbahnhof, um meine S-Bahn um 21:09 Uhr zu erwischen. Sonst muss ich 20 Minuten bis zur nächsten Bahn warten… Also die Beine in die Hand genommen und einen lockeren Trab eingelegt! Los, Ampel, werd grün! Danke, geht doch… Und das Taxi hat gefälligst auch zu warten, bis ich vorbei bin. Jetzt noch zwischen den Menschen in der Bahnhofshalle hindurchgeschlängelt, die Rolltreppe runtergelaufen… Laut Anzeige kommt meine Bahn in einer Minute!! Noch eine Rolltreppe runtergelaufen, am Bahnsteig bis in die erste Reihe vorgerückt, meine Bahn fährt ein. Geschafft!! Jetzt kann ich mich zurücklehnen und aus dem Fenster schauen, während sich in der Glasscheibe die Bilder des vergangenen Tages spiegeln…
21:25 Uhr: Endlich bin ich in Allach, am Arsch Rand von München angekommen. Nur noch eine Treppe runter und eine Treppe wieder rauf, über den Oertelplatz zur Bushaltestelle, wo mich, wie immer um diese Zeit, der Taxi-Bus erwartet…
Der Taxi-Bus ist schon ne feine Sache. Abends wird der Busverkehr auf der Linie 164 nur noch von einem (genau einem!) kleinen Bus betrieben, der auch gleich die Strecke in die entgegengesetzte Richtung übernimmt. Damit er trotzdem im 20 Minutentakt rechtzeitig zu den S-Bahnen wieder am Bahnhof steht, werden nur die Haltestellen angefahren, die der Busfahrer am Anfang der Tour gesagt bekommt. Man kann auch zwischen den Haltestellen aussteigen, was dem Bus seinen Namen gibt. Allerdings nutzen einige Leute diese Möglichkeit, um sich in Straßen fahren zu lassen, die eigentlich nicht auf der Linie liegen… Will man mal nicht an der Haltestelle am Bahnhof einsteigen, muss man in der Taxi-Bus-Zentrale anrufen, damit der Bus auch auf jeden Fall an der gewünschten Haltestelle hält.
…doch heute steht noch kein Taxi-Bus bereit. Naja, es ist ja auch erst 21:25 Uhr, der Bus soll um 21:27 Uhr abfahren. Er muss also jeden Moment um die Ecke kommen… Fünf Minuten später ist immer noch kein Bus in Sicht, es ist kalt und ich überlege, ob ich nicht lieber zu Fuß nach Hause gehen soll. Sollte der Bus schon losgefahren sein, wäre es besser, 20 Minuten zu gehen, als 20 Minuten lang auf den Bus zu warten. Ach, er muss ja eigentlich gleich kommen… Also warte ich noch etwas… oder auch noch etwas länger…
21:47 Uhr: Inzwischen wäre ich zu Fuß schon zu Hause gewesen und der Bus ist immer noch nicht da. Meine Mitwartenden haben schon mehrmals in der Zentrale angerufen und jedes Mal dieselbe Antwort bekommen: „Der Bus ist pünktlich abgefahren.“ – „Stehen Sie schon seit über 20 Minuten hier oder ich?!“ Die nächste Bahn ist auch gerade angekommen. Warum hab ich mich eigentlich vorhin so beeilt??
Um 21:50 Uhr kommt er endlich. Gegen 22:00 Uhr bin ich dann in meiner Wohnung, wo ich schon vor einer halben Stunde hätte sein können, wenn der Bus gleich da gewesen wäre…
Dienstag genau dasselbe Spiel. Wieder genervt und durchgefroren zu Hause angekommen und dabei ist es jetzt noch relativ warm. Wie soll das erst im Winter werden bei knackigen Minusgraden und Schneegestöber? Lieber nicht dran denken und wieder warme Gedanken machen…
Mittwoch merke ich die ersten Auswirkungen vom In-der-Kälte-stehen: Im Laufe des Tages bekomme ich immer wieder Kopfschmerzen. Kriege ich etwa Schnupfen?
Donnerstag: Ich habe beschissen geschlafen und bin mitten in der Nacht von meinen Träumen aufgewacht, völlig verspannt, konnte aber nochmal einschlafen. Der Radiowecker geht an… Das Handy weckt mich… Kopfschmerzen… Noch nicht die Augen aufmachen… Das Radio läuft noch weiter… Die ersten Horrormeldungen in den Nachrichten um 6:30 Uhr. Noch nicht aufstehen… Mein Kopf… Eine Viertelstunde später schaffe ich es irgendwie aufzustehen… und will am liebsten gleich wieder zurück. Solche Kopfschmerzen hatte ich schon lange nicht mehr! Ach, was, Schmerztablette eingeworfen und los. Die Uni ruft! Die Schmerztablette wirkt nicht… Aber ich quäle mich bis 16:00 Uhr durch alle Kurse und will nur noch nach Hause… Hab ich zwischendurch etwa gehustet? Ich kann jetzt nicht krank werden! Keine Zeit! Doch scheinbar ist es schon passiert…